MÜNCHEN 8.4.2004– Die Selbstmordrate ist unter alten Menschen in den letzten Jahren besorgniserregend angestiegen: 40 Prozent aller Suizide werden von Menschen über 60 Jahren verübt, berichtet das „Bündnis gegen Depression“. Die Menschen werden immer älter, aber gerade bei Senioren werden Depressionen und Gedanken daran, „nicht mehr leben zu wollen“, oft als zum Alter gehörig angesehen und verharmlost. Dabei haben besonders Menschen in Altenheimen ein fast zehnfach höheres Risiko, Selbstmord zu begehen, als ihre Altersgenossen außerhalb.
In Bayern will man deshalb neue Wege einschlagen in der Versorgung alter Menschen in Alten- und Pflegeheimen. Der Brisanz des Themas „depressive alte Menschen“ angemessen, führt das „Bündnis gegen Depression“ zusammen mit der Präventionsinitiative „Bayern aktiv“ des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und dem „Kompetenznetz Depression, Suizidalität“ landesweit seit kurzem 300 eigens entwickelte Schulungen für Altenpflegekräfte durch.
Betreuer alter Menschen haben oft eine entscheidende Vermittlerfunktion zwischen Bewohner, Arzt und Angehörigem. Ziel der vierstündigen Schulungen ist es, Altenpflegekräfte stärker für das Thema zu sensibilisieren, damit sie eine Depression besser erkennen. Außerdem soll die Kommunikation mit den behandelnden Ärzten verbessert werden.
In Deutschland leiden derzeit rund vier Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression. Nur ein Drittel der Betroffenen sucht medizinische Hilfe, nur zehn Prozent von ihnen erhält eine ausreichende Behandlung. Unbehandelte Depressionen sind eine der Hauptursachen von Suiziden: 15 Prozent der Patienten, die an einer Depression erkrankt sind, nehmen sich das Leben. Die Mehrzahl bei den über 65-jährigen Selbstmördern sind übrigens Männer.
Quelle: „Bündnis gegen Depression“
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Letzte Änderung: 12.02.2007, 14:00 Uhr
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Stand: 12.02.2007, 14:00 Uhr
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