AMSTERDAM (MedCon) - Ältere Menschen mit niedriger Vitamin-D-Konzentration im Blut könnten ein höheres Risiko für Depressionen haben; einen ähnlichen Effekt scheint ein Überschuss an einem von den Nebenschilddrüsen gebildeten Hormon zu haben. So lauten die Ergebnisse einer in Archives of General Psychiatry veröffentlichten Studie.
Dr. Witte J. G. Hoogendijk und ihre Kollegen von der Universitätsklinik der Vrije Universiteit in Amsterdam bestimmten bei 1282 Personen zwischen 65 und 95 Jahren die Konzentration an Vitamin D und an Nebenschilddrüsenhormon im Blut. Außerdem wurden die Studienteilnehmer auf Depressionen untersucht.
Bei 26 Personen wurden schwere Depressionen festgestellt, 169 hatten leichte Depressionen und 1087 waren nicht depressiv. Im Durchschnitt lag die Vitamin-D-Konzentration im Blut der Teilnehmer bei 21 Nanogramm pro Milliliter. Die Konzentration an Nebenschilddrüsenhormon lag bei 3,6 Picogramm pro Milliliter.
Es stellte sich heraus, dass bei Personen mit schweren und leichten Depressionen der Vitamin-D-Spiegel im Blut 14 Prozent niedriger war als bei denjenigen, die nicht depressiv waren. Die Konzentration an Nebenschilddrüsenhormon war dagegen höher als bei den gesunden Studienteilnehmern - bei denjenigen mit leichter Depression um fünf Prozent, bei denjenigen mit schwerer Depression um 33 Prozent.
Diese Erkenntnisse könnten für Patienten von großer Bedeutung sein, da sowohl ein niedriger Vitamin-D-Spiegel als auch ein Überschuss an Nebenschilddrüsenhormon behandelt werden können - durch Aufnahme größerer Mengen an Vitamin D oder Kalzium mit der Nahrung oder, indem der Patient mehr nach draußen geht und so stärker dem Sonnenlicht ausgesetzt ist.
“Wie wichtig die vorliegende Studie ist, zeigt sich auch darin, dass 38,8 Prozent der Männer und 56,9 Prozent der Frauen in unserer Untersuchung einen Vitamin D-Mangel aufwiesen“, schlussfolgerten sie. Es seien weitere Studien nötig, um herauszufinden, ob Veränderungen des Vitamin D-Spiegels und der Konzentration an Nebenschilddrüsenhormon einer Depression vorausgehen oder eine Folge davon sind.
Erstellt von MedCon aus: Arch Gen Psychiatry. 2008; 65[5]:508-512
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Letzte Änderung: 30.05.2008, 14:55 Uhr
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Stand: 30.05.2008, 14:55 Uhr
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