CHICAGO (MedCon) – Älteren Menschen, die nur wenige enge Freunde haben, geht es gesundheitlich oft weniger gut. Ob auch ihre Psyche darunter leidet und sie depressive Symptome zeigen, scheint jedoch davon abzuhängen, ob sie sich einsam fühlen oder gelernt haben, sich an die Situation anzupassen. Dies berichten Wissenschaftler der University of Chicago.
In ihrer Studie untersuchten sie zum ersten Mal die Beziehung zwischen der Gesundheit und zwei verschiedenen Arten von Isolation. Die Wissenschaftler erforschten, in welchem Grad die 3000 Studienteilnehmer im Alter zwischen 57 und 85 Jahren soziale Bindungen hatten und sozial aktiv waren. Sie erkundigten sich zudem danach, inwiefern die Studienteilnehmer sich einsam fühlten und ob sie davon ausgingen, dass Freunde und Familie ihnen bei Bedarf helfen würden.
„Ein Mangel an sozialen Bindungen ist mit schlechterer körperlicher Gesundheit verbunden, egal ob die betroffenen Personen sich einsam fühlen oder das Gefühl haben, nicht ausreichend unterstützt zu werden oder nicht“, sagte Prof. Linda Waite, Ko-Autorin der Studie und Professorin für Soziologie.
Die Wissenschaftler fanden jedoch einen anderen Zusammenhang zwischen sozialer Isolation und der psychischen Gesundheit. „Die psychische Gesundheit scheint von Gefühlen der Einsamkeit und einem empfundenen Mangel an sozialer Unterstützung abzuhängen“, erklärte Waite.
Ältere Menschen, die sich am stärksten isoliert und alleingelassen fühlten, wiesen 65 Prozent mehr depressive Symptome auf als diejenigen, die sich am wenigsten isoliert fühlten, und dies unabhängig vom tatsächlichen Grad sozialer Eingebundenheit. Die Konsequenzen einer schlechten psychischen Gesundheit können beträchtlich sein. Mit abnehmender seelischer Gesundheit sinke auch die Motivation der Betroffenen, sich ausreichend zu bewegen. Gesundheitlich bedenkliche Verhaltensweisen wie Rauchen und das Trinken von Alkohol nähmen dagegen zu, erklärte Waite.
Ältere Menschen, die es schaffen, sozial isolierenden Umständen stand zu halten oder ihre Erwartungen der Situation anzupassen, so dass starke Gefühle der Einsamkeit gar nicht erst auftreten, fahren besser. „Wir müssen noch besser verstehen, wie ältere Menschen sich an Veränderungen in ihren sozialen Beziehungen anpassen“, fügte Waite hinzu.
Quelle: Erstellt von MedCon aus: Journal of Health and Social Behavior, Volume 50, Number 1, March 2009 , pp. 31-48(18); Social Disconnectedness, Perceived Isolation, and Health among Older Adults; Cornwell, Erin York; Waite, Linda J.
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Letzte Änderung: 31.03.2009, 10:03 Uhr
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Stand: 31.03.2009, 10:03 Uhr
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