MIAMI (MedCon) – Patienten, die an einer schweren Depression leiden, haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wird die Depression jedoch medikamentös behandelt, kann das Risiko stark gesenkt werden, so die Ergebnisse einer neuen Studie an der University of Miami Miller School of Medicine.
Die Wissenschaftler um Studienleiterin Prof. Ma-Li Wong untersuchten die sogenannte Stress-Hämokonzentration. Dabei handelt es sich um eine Blutuntersuchung, bei der die Anzahl der Blutzellen, der Hämatokrit-Wert, das Hämoglobin, der Proteingehalt im Serum und das Albumin gemessen werden.
Die Messwerte der Stress-Hämokonzentration stiegen bei psychischem Stress, wie er beispielsweise von Depressionen verursacht werde, an, so die Autoren in PLoS ONE. Dieser Anstieg wiederum sei ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
„Wir haben 146 ambulant betreute Depressionspatienten mit gesunden Vergleichspersonen aus derselben mexikanisch-amerikanischen Gemeinde in Los Angeles verglichen“, berichtet Wong. „Wir haben allen Studienteilnehmern zu Studienbeginn Blut abgenommen und fanden erhöhte Messwerte der Stress-Hämokonzentration bei leicht bis mittelschwer depressiven Patienten. Grundsätzlich wird das Blut dicker, wenn man gestresst ist, und dickeres Blut kann das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen“, fügte sie hinzu.
Nach der Blutuntersuchung mussten die Studienteilnehmer acht Wochen lang Medikamente gegen Depressionen – Antidepressiva – einnehmen. Nach diesem Zeitraum wurde ihnen erneut Blut abgenommen und die Blutuntersuchung wiederholt.
„Nach der Behandlungsphase stellten wir fest, dass sich die Messwerte der Stress-Hämokonzentration verbessert hatten und sie mit einer Verbesserung der Depressionssymptome einhergingen“, sagte Wong. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Reduktion der Stress-Hämokonzentration durch den Einsatz von Antidepressiva bei depressiven Patienten das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken könnte.“
Quelle: Erstellt von Medcon aus:
PLoS ONE 3(7): e2350. Epub 2008 Jul 16
doi:10.1371/journal.pone.0002350
Wong Ma-Li et al.
Elevated Stress-Hemoconcentration in Major Depression Is Normalized by Antidepressant Treatment: Secondary Analysis from a Randomized, Double-Blind Clinical Trial and Relevance to Cardiovascular Disease Risk
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Letzte Änderung: 28.11.2008, 11:14 Uhr
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URL: http://www.depressionen-verstehen.de/service/aktuelles/antidepressive_therapie/2008-08-13/
Stand: 28.11.2008, 11:14 Uhr
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