GRONINGEN (MedCon) – Eine kognitive Verhaltenstherapie wirkt bei denjenigen Patienten am besten, die schon vier oder mehr depressive Episoden hatten. Das zeigt eine neue Untersuchung aus den Niederlanden.
Die in der Dezember-Ausgabe des British Journal of Psychiatry veröffentlichte Studie legt nahe, dass Ärzte anhand der Anzahl vorangegangener depressiver Episoden feststellen können, welche Patienten am meisten von einer kognitiven Verhaltenstherapie profitieren würden – um dann eine entsprechende Therapie zu verschreiben.
Forscher der Universitätsklinik Groningen untersuchten 208 Patienten im Alter von 18 bis 70, die von ihrem Hausarzt wegen Depressionen behandelt wurden. Einige der Studienteilnehmer erhielten eine Psychoedukation (Aufklärung des Patienten über die Entstehung und die Bedingungen zur Aufrechterhaltung der Depression), andere eine kognitive Verhaltenstherapie plus Psychoedukation; der Rest führte die normale vom Hausarzt verschriebene Behandlung fort.
Das Psychoedukationsprogramm bestand aus drei persönlichen Gesprächen und anschließenden kurzen Telefongesprächen alle drei Monate. Die Patienten, die kognitive Verhaltenstherapie plus Psychoedukation erhielten, hatten zehn bis zwölf Termine bei einem Psychotherapeuten. Anschließend nahmen sie an einem Psychoedukationsprogramm teil. Alle Teilnehmer wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren regelmäßig untersucht, um die Schwere ihrer Depression festzustellen.
Bei Patienten, die drei oder weniger depressive Episoden gehabt hatten, funktionierten die drei Behandlungsarten gleich gut. In anderen Worten, Psychoedukation und kognitive Verhaltenstherapie plus Psychoedukation hatten in den zwei Jahren keinen wesentlichen Effekt auf ihre Depression.
Patienten, die schon vier oder mehr depressive Episoden gehabt hatten, sprachen dagegen gut auf kognitive Verhaltenstherapie und Psychoedukation an.
Die Wissenschaftler um Dr. Henk Jan Conradi sagten: „Wir stellten fest, dass bei Patienten mit weniger depressiven Episoden die drei Behandlungen gleich gut wirkten. Bei Patienten mit vier oder mehr Episoden brachte die kognitive Verhaltenstherapie plus Psychoedukation dagegen einen größeren Behandlungserfolg als die normale Behandlung.“
Die Forscher gehen davon aus, dass dieser Effekt alleine der kognitiven Verhaltenstherapie zuzuschreiben ist, denn die Gruppe mit Psychoedukation alleine zeigte keinen besseren Behandlungserfolg als die Patienten in der normalen Behandlung – eine günstige Wechselwirkung zwischen Psychoedukation und kognitiver Verhaltenstherapie sei jedoch nicht auszuschließen, schränken sie ein.
Quelle: Br J Psychiatry. 2008 Dec; 193 (6): 505-6.
Cognitive-behavioural therapy v. usual care in recurrent depression
Conradi HJ, de Jonge P, Ormel J.
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Letzte Änderung: 05.12.2008, 11:43 Uhr
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Stand: 05.12.2008, 11:43 Uhr
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