NORFOLK (Biermann) – Während Depressionen nach der Geburt eines Kindes, die sogenannte Wochenbettdepression, bei Frauen recht bekannt und gut untersucht sind, gilt dies für das männliche Pendant weniger: Doch auch frischgebackene Väter können nach der Geburt ihres Kindes an Depressionen leiden.
Dr. James F. Paulson und seine Kollegin Sharnail D. Bazemore von der Eastern Virginia Medical School in Norfolk verglichen die Ergebnisse von 43 Studien mit insgesamt mehr als 20.000 Teilnehmern.
Sie stellten fest, dass etwa zehn Prozent der frischgebackenen Väter an einer Depression litten, die meisten zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat des Kindes. Die Studien zeigten zudem, dass es auch einen moderat starken Zusammenhang zwischen Depressionen der Mutter und des Vaters gibt.
„Diese Erkenntnisse sind folgenschwer“, schreiben die Autoren. Die Beobachtung, dass neue Väter verstärkt an Depressionen leiden, zeige, dass Ärzte diesem Thema mehr Aufmerksamkeit widmen müssen und die Betroffenen bei Bedarf zur Behandlung an einen Facharzt überweisen sollten.
Denn, so die Forscher, väterliche Depressionen könnten ebenso wie die Wochenbettdepression der Mutter negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben.
Zukünftige Forschungsarbeiten sollten sich beiden Elternteilen widmen, um den Beginn und den gemeinsamen Verlauf von Depressionen bei frischgebackenen Eltern zu untersuchen“, empfehlen Paulson und Bazemore. So könnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, wie elterliche Depressionen frühzeitig erkannt und behandelt werden können.
Quelle: Prenatal and Postpartum Depression in Fathers and Its Association With Maternal Depression A Meta-analysis. James F. Paulson, PhD; Sharnail D. Bazemore, MS. JAMA. 2010;303(19):1961-1969.
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Letzte Änderung: 21.05.2010, 14:49 Uhr
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Stand: 21.05.2010, 14:49 Uhr
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