DÜSSELDORF (iss). In Düsseldorf wollen 18 Institutionen an einem Strang ziehen, um die Bevölkerung über das Krankheitsbild der Depression zu informieren und Betroffenen den Zugang zu Hilfsangeboten zu erleichtern.
"Aufklärung, Fortbildung und Vernetzung der Hilfsangebote sind das A und O in unserem Bündnis", erläuterte der Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein Dr. Arnold Schüller. Durch eine breit angelegte Öffentlichkeitskampagne solle erreicht werden, daß über die Depression wie über jede andere Krankheit geredet werden kann, so Schüller - "offen und ohne Stigmatisierung".
Die Kampagne, die dem Vorbild des Nürnberger Bündnisses gegen Depression folgt, ist auf zwei Jahre angelegt. Es beteiligen sich neben ärztlichen Organisationen auch Vertreter der Apotheker, der Kirchen, der Pflege und der Wohlfahrtsverbände.
Das "Düsseldorfer Bündnis gegen Depression" ist das erste in Nordrhein-Westfalen. Es legt einen Schwerpunkt auf besondere Informations- und Präventionsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche sowie Senioren.
Ein zentraler Bestandteil sind auch Fortbildungen für Hausärzte. "Der Hausarzt ist meist die erste Anlaufstelle. Eine Depression muß kein Facharzt diagnostizieren", sagte Professor Wolfgang Gaebel, Ärztlicher Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Düsseldorf.
Trotz der Häufigkeit depressiver Erkrankungen blieben sie häufig unerkannt und unbehandelt. Das sei umso bedauerlicher, als die Depression mit modernen Therapieverfahren gut zu behandeln sei, so Gaebel.
Ganz wichtig ist, daß die Akteure im Gesundheitswesen besser kooperieren", sagte er. Man habe in Düsseldorf ein Modell zur integrierten Versorgung von Patienten mit Depression entwickelt, bislang bei den Krankenkassen aber kein Interesse wecken können, berichtete Gaebel. "Die Kassen sind auf somatische Krankheitsbilder fokussiert."
Ärzte Zeitung, 19.04.2005
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Letzte Änderung: 12.02.2007, 14:00 Uhr
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Stand: 12.02.2007, 14:00 Uhr
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