BONN (MedCon) 1.3.2006 - Wer unter einer schweren therapieresistenten Depression leidet, kann sich am Universitätsklinikum Bonn mit einer neuen Methode behandeln lassen: Die Mediziner suchen für eine Studie zur so genannten tiefen Hirnstimulation Patienten, die auf diverse Therapiemethoden nicht angesprochen haben. Sie sollten seit mehr als zwei Jahren unter einer Depression leiden oder schon mehrere Krankheitsschübe durchgemacht haben.
Bei der tiefen Hirnstimulation, die sich in der Behandlung des Morbus Parkinson bewährt hat, werden unter lokaler Betäubung Elektroden mit einem Durchmesser von etwa einem Millimeter in bestimmte Hirnregionen implantiert. Die Elektroden sind durch ein Kabel mit einem elektrischen Pulsgenerator verbunden. Dieser ist etwa so groß wie eine Taschenuhr und wird unter Narkose im Brustbereich eingesetzt. Das Gerät lässt sich von außen individuell programmieren. Durch diese Methode werden Hirnregionen so gereizt, dass sie vorübergehend inaktiv sind. Dies führt zu Veränderungen der Hirnbiochemie, Hirngewebe wird aber nicht zerstört. Die Nebenwirkungen sind in der Regel gering und reversibel.
Etwa 15 Prozent aller Menschen erkranken irgendwann in ihrem Leben an einer Depression. Meist kann durch Psychotherapie oder Medikamente eine vollständige Genesung erreicht werden, bei jedem fünften Betroffenen besteht die Krankheit jedoch monate- oder jahrelang fort. Die tiefe Hirnstimulation stellt einen neuen möglichen Therapieansatz dar.
In welchem Ausmaß die Methode die Stimmung schwer depressiver Patienten bessern kann, soll nun erstmals in Europa an der Bonner Uniklinik untersucht werden. Teilnehmen können Patienten, die an einer chronischen unipolaren Depression leiden. Bisherige Behandlungsversuche mit Medikamenten, Psychotherapie und Elektrokrampftherapie sollten erfolglos verlaufen sein. Ebenso dürfen die Patienten an keiner weiteren psychischen Erkrankung leiden.
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Letzte Änderung: 12.02.2007, 14:00 Uhr
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Stand: 12.02.2007, 14:00 Uhr
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