NEW YORK (MedCon) – Einer neuen Studie zufolge hat es den Anschein, dass Kinder in den USA in den letzten Jahren immer häufiger an bipolaren Störungen erkranken.
Bipolare Störungen sind psychische Erkrankungen, bei denen sich manische Phasen (überschwänglich gute Stimmung) mit depressiven Phasen abwechseln.
Zu ihrem Befund eines dramatischen Anstiegs an Erkrankungen kamen Dr. Mark Olfson und seine Kollegen von der Columbia University in New York und vom New York State Psychiatric Institute als sie nachschauten, wie viele Arztbesuche von Kindern unter 19 Jahren zu der Diagnose einer bipolaren Störung führen. Hierbei verglichen sie Arztbesuche im Zeitraum 1994 bis 1995 mit den Arztbesuchen zwischen 2002 und 2003.
Laut den Ergebnissen stiegen die Diagnosen einer bipolaren Störung zwischen den genannten Zeiträumen etwa um das 40fache – von 25 bipolaren Diagnosen pro 100.000 Arztbesuchen auf 1003 Diagnosen pro 100.000 Arztbesuchen. Die Autoren können diesem Ergebnis nicht entnehmen, was diesem dramatischen Anstieg zugrunde liegt.
Da es unwahrscheinlich ist, dass tatsächlich die Anzahl der Erkrankungen plötzlich stark zunimmt, vermuten Olfson und Kollegen ein diagnostisches Problem: Entweder waren bipolare Störungen in der Vergangenheit schlicht unterdiagnostiziert – das hieße, bestehende Erkrankungen wurden von Ärzten nicht häufig genug erkannt – oder die Störungen werden heute überdiagnostiziert. Das wiederum würde bedeuten, dass die Diagnose „Bipolare Störung“ zu oft und zu schnell gestellt wird.
Zur Klärung dieser Fragestellung fordern die Forscher nun weitere Studien, die auch die Diagnosestellung in der ärztlichen Praxis genauer unter die Lupe nehmen sollen.
Quelle:
Erstellt von MedCon aus Arch Gen Psychiatry. 2007 Sep;64(9):1032-9
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Letzte Änderung: 31.01.2008, 17:46 Uhr
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Stand: 31.01.2008, 17:46 Uhr
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