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Zu viel Fernsehen und Computer macht depressiv

PITTSBURGH (MedCon) – Teenager, die viel Zeit vor dem Fernseher verbringen und sich auch viel mit anderen elektronischen Medien beschäftigen, haben später als junge Erwachsene ein erhöhtes Risiko an Depressionen zu erkranken – dies gilt speziell für junge Männer, wie eine in den Archives of General Psychiatry veröffentlichte Studie jetzt gezeigt hat.

„Die Entstehung von Depressionen in der Jugend kann als eine Art biopsychosozialer, von vielen Faktoren abhängiger Prozess verstanden werden, der sowohl von Risiko- als auch von Schutzfaktoren beeinflusst wird. Zu diesen Faktoren gehören das Temperament, die Erblichkeit, der Erziehungsstil der Eltern, kognitive Anfälligkeit, Stressoren (wie Traumata oder Armut) und zwischenmenschliche Beziehungen“, erklären die Autoren der Studie.

Ein ganzer Arbeitstag vor dem Bildschirm

Die Exposition gegenüber elektronischen Medien könnte ein weiterer Einflussfaktor sein, wenn man bedenkt, dass Teenager heutzutage durchschnittlich achteinhalb Stunden am Tag elektronischen Medien ausgesetzt sind.

Dr. Brian A. Primack von der University of Pittsburgh School of Medicine und sein Team verwendeten Daten von 4142 Teenagern, um herauszufinden, wie viel Zeit sie mit elektronischen Medien zubringen. Keiner der Teenager war im Jahr 1995, als die Studie startete, an Depressionen erkrankt.

Noch vor DVD und Internet

Die Teenager wurden gefragt, wie viele Stunden am Tag sie fernsehen oder Videos anschauen, Computerspiele spielen oder Radio hören. Die Umfrage fand statt bevor DVDs und Internet verbreitet waren. Die Antworten der Teenager enthüllten, dass sie im Durchschnitt 5,68 Stunden am Tag elektronische Medien nutzten: 2,3 Stunden für den Fernseher, 62 Minuten für Videos, 41 Minuten für Computerspiele und 2,34 Stunden für das Radio.

Sieben Jahre später wurden die Teenager von damals noch einmal untersucht. Sie waren jetzt im Durchschnitt knapp 29 Jahre alt und 308 – also 7,4 Prozent – von ihnen waren inzwischen an Depressionen erkrankt.

Jede Stunde zählt

Es stellte sich heraus: Für jede Stunde Fernsehen schauen mehr am Tag im Teenageralter stieg das Risiko für Depressionen im jungen Erwachsenenalter an. Das Gleiche galt für die Mediennutzung insgesamt – je mehr Zeit die Studienteilnehmer als Teenager mit elektronischen Medien verbracht hatten, desto wahrscheinlicher erkrankten sie an Depressionen. „Junge Männer erkrankten häufiger an Depressionen als junge Frauen – auch wenn der Konsum elektronischer Medien gleich war“, fügten die Autoren hinzu.

Den Autoren zufolge könnte die Verbindung zwischen Mediennutzung und Depressionen unterschiedliche Ursachen haben. Wer viel Zeit vor dem Fernseher oder dem Computer verbringt, hat weniger Zeit für soziale, intellektuelle und sportliche Aktivitäten – Dinge, die vor Depressionen schützen könnten. Wer nachts lange fern sieht oder am PC „zockt“, stört seinen natürlich Schlafrhythmus, auch das kann kognitive und emotionale Probleme verursachen. Es sei auch möglich, dass Bilder und Botschaften aus den elektronischen Medien Aggressivität und andere riskante Verhaltensweisen fördern könnten.

Quelle: “Association Between Media Use in Adolescence and Depression in Young Adulthood - A Longitudinal Study", Brian A. Primack, MD, EdM, MS; Brandi Swanier, BA; Anna M. Georgiopoulos, MD; Stephanie R. Land, PhD; Michael J. Fine, MD, MSc Arch Gen Psychiatry. 2009;66(2):181-188.

Letzte Änderung: 02.03.2009, 11:16 Uhr

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