VICTORIA (MedCon) – Kinder, die zum Zeitpunkt ihrer Einschulung Anzeichen von Depressionen, Ängstlichkeit oder übermäßiger Aggression zeigen, werden von ihren Klassenkameraden besonders häufig schikaniert und gehänselt. Dies berichten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Child Development.
Die Forscher der Universität von Victoria hatten mehr als 400 kanadische Kinder von ihrer Einschulung bis zur dritten Klasse beobachtet. Die Kinder wurden in diesem Zeitraum mehrmals befragt, ob sie schikaniert wurden – also zum Beispiel geschlagen, geschuppst, gestoßen, gehänselt oder beim Spielen ausgeschlossen wurden. Die Lehrer der Kinder gaben Auskunft darüber, ob die Kinder Anzeichen von Depressionen und Ängstlichkeit sowie körperlicher Aggression zeigten.
Die meisten Kinder, nämlich 73 Prozent, zeigten kaum Anzeichen für Depressionen und Ängstlichkeit. Sieben Prozent der Kinder zeigten hingegen deutliche Anzeichen. Die restlichen 20 Prozent zeigten anfangs mittelstarke Anzeichen für Depressionen und Ängstlichkeit, die sich aber im Laufe der Zeit verschlimmerten.
Kinder, die in der ersten und zweiten Klasse depressiver und ängstlicher waren, wurden in der dritten Klasse häufiger schikaniert. Überraschenderweise neigten Kinder, die bei der Einschulung aggressiver waren, in der dritten Klasse stärker zu Depressionen und Ängstlichkeit. Diese Kinder wurden auch häufiger von ihren Klassenkameraden schikaniert, möglicherweise zur Vergeltung ihres eigenen aggressiven Verhaltens.
„Wenn Kinder schon früh psychische Probleme haben, kann dies den Weg für späteres Mobbing durch Kameraden bereiten“, erklärte Prof. Bonnie J. Leadbeater, die die Studie geleitet hat. „Ebenso wie es einigen Kindern schwer fällt, lesen zu lernen, zeigen kleine Kinder mit psychischen Problemen Anzeichen dafür, dass sie Schwierigkeiten haben, in der komplexen sozialen Umgebung der Grundschule zurecht zu kommen.“ Die Psychologieprofessorin rät deshalb, psychische Probleme bei Kindern anzugehen und zu behandeln. Dies könnte viel dazu beitragen, späterer Schikane durch Gleichaltrige vorzubeugen.
Quelle: Erstellt von MedCon aus: Child Development, Volume 80, Issue 3, Pages 843 – 859, 15. Mai 2009. The Effects of Peer Victimization and Physical Aggression on Changes in Internalizing From First to Third Grade. Bonnie J. Leadbeater and Wendy L. G. Hoglund
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Letzte Änderung: 29.05.2009, 13:43 Uhr
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Stand: 29.05.2009, 13:43 Uhr
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