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Depressionen bei Teenagern zu oft unbehandelt

SANTA MONICA (MedCon) – Obwohl Depressionen bei Teenagern weit verbreitet sind und gut behandelt werden können, erhalten nur wenige von ihnen eine angemessene Therapie. Zu diesem Ergebnis kommen US-amerikanische Forscher in einer Studie mit 368 Jugendlichen.

Doch weshalb unterziehen sie sich keiner Behandlung? Die Antwort hängt davon ab, ob man die Teenager selbst oder ihre Eltern fragt, erklärt die Verhaltensforscherin Dr. Lisa Meredith von der Forschungsorganisation RAND in Santa Monica.

Eltern wichtig für Therapieentscheidungen

„Bei Teenagern werden Behandlungsentscheidungen stark von anderen Parteien, speziell den Eltern, beeinflusst“, erklärt Meredith in der Fachzeitschrift Medical Care. „Deshalb müssen Ärzte nicht nur ein Gefühl dafür entwickeln, was die Teenager oder was die Eltern denken, sondern was beide denken.“

Jugendliche mit unbehandelten Depressionen haben häufiger soziale und schulische Probleme, werden häufiger zu früh Eltern und neigen eher zu Alkohol- und Drogenkonsum. Zudem leiden sie häufig auch als Erwachsene an Depressionen.

Barrieren verhindern Depressionsbehandlung

An der Studie nahmen 368 Teenager mit jeweils einem Elternteil teil. Die Hälfte der Jugendlichen litt an Depressionen.

Die Teenager und Eltern beurteilten sieben Barrieren, die die Aufnahme einer Therapie behindern können:

- Kosten der Therapie
- Sorge darüber, was andere denken könnten
- Probleme, einen Termin bei einem Arzt oder Psychotherapeuten zu bekommen
- Zeitmangel oder andere Pflichten
- Nicht zu wollen, dass die Familie von den Depressionen erfährt (Frage nur an die Teenager)
- Mangelnde Verfügbarkeit guter medizinischer Versorgung
- Mangelnder Wille

Für die Teenager stellten Sorgen darüber, was andere denken könnten und die mögliche Reaktion der Familienangehörigen die größten Hindernisse für eine Therapie dar. Diejenigen, die diese Hindernisse sahen, nahmen seltener eine Therapie auf oder Medikamente ein.

Behandlung verhindert riskantes Verhalten

Depressive Teenager empfanden diese Barrieren deutlich stärker als die nicht-depressiven Jugendlichen in der Studie. Die Eltern sahen grundsätzlich weniger Barrieren als die Jugendlichen.

„Jugendliche wollen nicht als ‚unnormal’ gelten. Sie wollen dazu passen. Doch wenn sie ihre Probleme verleugnen, leben sie ihre Gefühle oft anders aus, trinken viel oder zeigen andere riskante Verhaltensweisen“, warnt Deborah Amdur, Psychiaterin aus Orlando angesichts der Ergebnisse der Studie.

Quelle: Erstellt von MedCon aus: Medical Care, June 2009, Volume 47, Issue 6. pp 677-685. Perceived Barriers to Treatment for Adolescent Depression. Meredith, Lisa S. PhD; Stein, Bradley D. MD, PhD; Paddock, Susan M. PhD; Jaycox, Lisa H. PhD; Quinn, Virginia P. PhD; Chandra, Anita DrPH; Burnam, Audrey PhD

Letzte Änderung: 24.06.2009, 11:00 Uhr

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