KÖLN (Biermann) – Jugendliche, die täglich viele Stunden im Internet verbringen – Ärzte sprechen hier von einer krankhaften Internetnutzung oder Onlinesucht – scheinen ein stark erhöhtes Depressionsrisiko zu haben, wie einem in der Fachzeitschrift „Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine“ erschienenen Artikel zu entnehmen ist.
Die Mediziner Dr. Lawrence T. Lam von der University of Notre Dame im australischen Fremantle und Dr. Zi-Wen Peng von der SunYat-Sen Universität in Guangzhou, China, erforschten den Zusammenhang zwischen Internetnutzung und Depressionen bei einer Gruppe von 1041 jungen Chinesen.
Die Jugendlichen wurden auf Depressionen hin untersucht und zu ihrem Internet-Verhalten befragt. Dabei spiegelten die Fragen typische Verhaltensweisen von Süchtigen wieder: „Fühlen Sie sich niedergeschlagen, gereizt oder nervös, wenn Sie offline sind? oder „Verschwinden diese Gefühle wieder, wenn Sie ins Internet gehen?“
So fanden die Forscher heraus, dass die Jugendlichen, deren Internetnutzung krankhafte Züge zeigte, ein zweieinhalb Mal so hohes Risiko für Depressionen hatten wie diejenigen, die das Internet kaum nutzten.
„Unsere Ergebnisse deuten daraufhin, dass junge Menschen, die keine psychischen Probleme aufweisen, durch krankhafte Internetnutzung Depressionen entwickeln können“, schreiben Dr. Lam und Dr. Peng. Doch wann kann man von einer „krankhaften“ Internetnutzung oder gar einer „Onlinesucht“ sprechen? „Wenn Sie das dringende Bedürfnis haben, Ihre E-Mails zu checken, obwohl Sie das erst vor zwei Minuten getan haben, sollten Sie Ihre Internetnutzung überdenken“, erklärt Lam.
Quelle: Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine, 2. August 2010. Effect of Pathological Use of the Internet on Adolescent Mental Health. A Prospective Study. Lawrence T. Lam, Zi-Wen Peng
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Letzte Änderung: 13.08.2010, 10:56 Uhr
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Stand: 13.08.2010, 10:56 Uhr
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