KÖLN (MedCon) – Depressionen können ein „ganz zentraler“ Vorhersagefaktor für den ungünstigen Verlauf von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (KHK) sein, betonte der Sprecher der Arbeitsgruppe Psychokardiologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig, kürzlich in einem Interview mit der Fachzeitschrift MMW.
Seinen Schätzungen nach sind bis zu 20 Prozent der Infarktpatienten von dieser so genannten Post-Infarkt-Depression betroffen. Und: Studien haben bereits nachgewiesen, dass solch ein Zustand – besonders wenn er nicht behandelt wird – mit einer deutlich höheren Sterberate einhergeht.
Als Gründe nannte Ladwig zum einen die schlechte Compliance, das heißt: Depressive Patienten nehmen seltener medizinische Hilfe in Anspruch und halten sich auch schlechter an den verordneten Medikamentenplan. Zum anderen sei in dieser Patientengruppe oft eine laxe Einstellung gegenüber KHK-Risikofaktoren – wie Alkoholmissbrauch und körperliche Inaktivität – zu spüren. Daneben ist aber auch das Immunsystem ein Vermittler zwischen seelischen und körperlichen Phänomenen und so scheinen bestimmte Formen der Depression mit einer erhöhten Produktion von Entzündungs-Stoffen in den Zellen eine Rolle zu spielen, erklärte er.
Quelle: MMW-Fortschritte der Medizin, 17/ 2004 (146.Jg.)
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Letzte Änderung: 12.02.2007, 14:00 Uhr
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Stand: 12.02.2007, 14:00 Uhr
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