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Depression verdoppelt Herzinfarktrisiko

MANNHEIM (MedCon) - Depressionen sollten den klassischen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Übergewicht, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte zugerechnet werden, forderten Experten bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim. Denn wer an einer Depression erkrankt ist, hat gegenüber Gesunden ein doppelt so hohes Risiko für eine koronare Herzkrankheit.

Depressionen sind nicht nur deshalb potenziell lebensbedrohliche Erkrankungen, weil bis zu 15 Prozent der Menschen mit einer schweren Depression durch Suizid versterben. Sie erhöhen auch das Herz-Kreislauf-Risiko deutlich, berichtete Dr. Florian Lederbogen.

Studien unter Berücksichtigung der klassischen Risikofaktoren hätten ergeben, dass depressive Syndrome eine Verdoppelung des Risikos bewirkten, im späteren Verlauf an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken oder zu versterben. Die Depression ist eine häufige Erkrankung: Im Zeitraum eines Jahres leiden vier Prozent aller erwachsenen Personen an einer ausgeprägten Depression.

Zwar sind die Ursachen für die Erhöhung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Depressionen noch nicht völlig geklärt, doch entdecken Forscher immer mehr Zusammenhänge. So lässt sich etwa ein erhöhter Insulinspiegel - mit einer der wesentlichen kardialen Risikofaktoren - auch bei Depressionspatienten besonders oft nachweisen.

"Depressive erreichen nach einer standardisierten Testmahlzeit deutlich höhere Insulinkonzentrationen als gesunde Kontrollpersonen", sagte Lederbogen. "Möglicherweise ist die bei vielen Patienten mit Depressionen nachweisbare Überaktivität des Hypothalamus-Hypophysen- Nebennierenrinden-Systems mit den daraus resultierenden höheren Serumkortisolkonzentrationen an diesem Effekt beteiligt."

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie 4.4.05

Letzte Änderung: 12.02.2007, 14:00 Uhr

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