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Stress im Beruf erhöht Depressionsrisiko

NEW YORK (Reuters Health) – Menschen, die sich am Arbeitsplatz andauernd gestresst fühlen, erkranken einer großen Studie zufolge deutlich häufiger an Depressionen als Angestellte, die im Beruf weniger belastet sind.

Wissenschaftler stellten fest, dass unter mehr als 24.000 berufstätigen Kanadiern fast fünf Prozent im vorhergehenden Jahr unter einer Major Depression gelitten hatten. Diejenigen, die an ihrem Arbeitsplatz starkem Stress ausgesetzt waren, schienen den Ergebnissen im American Journal of Public Health zufolge besonders risikobehaftet zu sein.

Gesundheitliches Risiko ist enorm

Eine ganze Reihe von Studien hat bereits ergeben, dass chronischer Stress auf der Arbeit gesundheitliche Risiken birgt - darunter Bluthochdruck und Herzleiden, ebenso wie Depressionen. Die Studien zu Depressionen hätten sich jedoch entweder auf bestimmte Berufsgruppen oder einzelne Unternehmen beschränkt, erklärte Dr. Emma Robertson Blackmore, die die Untersuchung leitete und als Dozentin an der University of Rochester Medical School in New York tätig ist.

Die Studie bestätige und gehe noch über vergangene Untersuchungen hinaus, sagte sie gegenüber Reuters Health, den sie habe eine große, breit angelegte Bevölkerungsgruppe unter die Lupe genommen und außerdem strengere Kriterien angelegt, um den Depressionsstatus der Studienteilnehmer zu beurteilen.

Entscheidungsfreiheit und Unabhängigkeit helfen

Frühere Studien haben sich auf Fragebögen verlassen, die die Testpersonen ausgefüllt hatten. In der vorliegenden Studie wurden die Teilnehmer anhand diagnostischer Befragungen beurteilt.

Insgesamt fanden Robertson Blackmore und ihre Kollegen heraus, dass Männer, die angaben, am Arbeitsplatz unter großer Belastung zu stehen, doppelt so häufig an Depressionen litten als Männer, die am Arbeitsplatz nur wenig beansprucht wurden. „Starke berufliche Belastung“ ist definiert als Arbeit, die anspruchsvoll ist aber den Angestellten wenig Entscheidungsfreiheit und Unabhängigkeit lässt.

Mehr Unterstützung ist gefordert

Bei Frauen sahen die Ergebnisse etwas anders aus: Bei ihnen war nur eine Komponente der beruflichen Belastung - mangelnde Entscheidungsfreiheit - mit Depressionen verbunden.

Ein Maß für beruflichen Stress - mangelnde Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte - hing jedoch sowohl bei Frauen als auch bei Männern mit Depressionen zusammen.

Vorbeugung beginnt am Arbeitsplatz

Diese Befunde verlangten nach Vorbeugungsmaßnahmen gegen Depressionen direkt am Arbeitsplatz, so die Forscher. Wenn man den Angestellten zum Beispiel die Möglichkeit bieten würde, sich weiterzubilden und neue Fertigkeiten zu erlernen, könnte dies eine Quelle für Arbeitsstress beseitigen, merkte Robertson Blackmore an.

Sie wies auch auf eine eben veröffentlichte Studie der Regierung hin, die aufdeckte, dass sowohl Angestellte als auch Arbeitgeber von einem besseren Screening auf Depressionen und einer entsprechenden Behandlung profitieren könnten. Unter den Angestellten in 16 großen Unternehmen, die unter Depressionen litten, nahmen bei denjenigen die Symptome am stärksten ab, die zusätzliche Unterstützung durch ihre Betriebskrankenversicherung erhielten - Telefonanrufe von Beratern, die die Angestellten durch die Behandlung geleiteten.

Die so betreuten Angestellten waren außerdem produktiver als ihre Kollegen, die ebenfalls an Depressionen litten aber nur die Standardversorgung erhielten. Insgesamt arbeiteten sie im Lauf eines Jahres zwei Stunden pro Woche mehr.

Quelle:
Am J Public Health, Nov 2007; 97:2088-2093

Letzte Änderung: 31.01.2008, 17:54 Uhr

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