TÜBINGEN/INNSBRUCK (Biermann) – Deutsche und österreichische Forscher haben bei Ultraschalluntersuchungen Auffälligkeiten in der Substantia nigra entdeckt, die für die Früherkennung der Parkinson-Krankheit genutzt werden könnten.
Menschen, die im Ultraschall eine vermehrte Echogenität (Hyperechogenität) in der Substantia nigra aufweisen, haben ihren Untersuchungen zufolge ein mehr als 17-fach erhöhtes Risiko innerhalb von drei Jahren eine Parkinson-Erkrankung zu entwickeln.
Die Substantia nigra ist das Gehirnareal, in dem die bei Parkinson zugrunde gehenden Dopamin-bildenden Zellen angesiedelt sind. Als hyperechogen bezeichnet man bei der Ultraschalluntersuchung stark reflektierende Strukturen, die im Ultraschallbild weiß dargestellt werden.
An der Studie nahmen mehr als 1800 Menschen im Alter von über 50 Jahren teil. Prof. Daniela Berg vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung untersuchte mit ihren Kollegen über einen Beobachtungszeitraum von drei Jahren verschiedene Auffälligkeiten, die als Biomarker für die Früherkennung eingesetzt werden könnten: die Echogenität der Substantia nigra im Ultraschall, Veränderungen der Geruchswahrnehmung oder der Stimmung.
Untersuchungen zeigen, dass die motorischen Symptome der Parkinson-Erkrankung erst auftreten, wenn mehr als die Hälfte der Nervenzellen, die den Überträgerstoff Dopamin produzieren, im Hirnstamm zu Grunde gegangen sind.
Derzeit arbeiten viele Arbeitsgruppen weltweit an therapeutischen Möglichkeiten, die den Verlauf der Erkrankung bessern und Nervenzellen schützen sollen. Dies ist aber nur dann sinnvoll möglich, wenn die Behandlung möglichst früh begonnen wird, im Grunde bevor Störungen der Bewegung auftreten.
Um Menschen, bei denen bereits ein Nervenzelluntergang stattfindet, aber noch keine Bewegungsstörung vorliegt, zu identifizieren, wird nach sogenannten „Biomarkern“ gesucht. Das sind Auffälligkeiten, die anzeigen, welche Personen ein erhöhtes Risiko für eine Parkinson-Erkrankung haben oder die den Prozess des Nervenzellunterganges schon früh nachweisen.
Quelle:
Enlarged Substantia Nigra Hyperechogenicity and Risk for Parkinson Disease. Daniela Berg, Klaus Seppi, Stefanie Behnke et al. Arch Neurol. 2011;68(7):932-937
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Letzte Änderung: 05.12.2011, 18:05 Uhr
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Stand: 05.12.2011, 18:05 Uhr
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