Nächtliches Computerspielen fördert depressive Symptome

Frankfurt am Main, 19.07.2011

BASEL (Biermann) – Die Tages- beziehungsweise Nachtzeit, zu der am Computer gespielt wird, scheint für die psychische Gesundheit wichtiger zu sein als die Spieldauer. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Basel.

Die Forscher zeigen, dass Menschen, die nachts zwischen 22 und 6 Uhr regelmäßig Online-Computerspiele spielen, ein erhöhtes Risiko für depressive Symptome aufweisen - unabhängig davon, wie viele Stunden sie pro Woche insgesamt spielen.

Computerspielen am Tag nicht mit Depressionen verbunden

Aus früheren Studien ist bekannt, dass exzessives Computerspielen einen Risikofaktor für die psychische Gesundheit darstellen kann. Die vorliegende Studie liefert nun Hinweise auf mögliche zugrundeliegende Mechanismen.

Sie zeigt, dass Spieler, die an fünf bis sieben Tagen pro Woche zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens spielen, ein deutlich höheres Risiko für depressive Symptome aufweisen als diejenigen, die weniger häufig in der Nacht spielen. Häufiges Online-Computerspielen zur Tageszeit hing hingegen nicht statistisch bedeutsam mit depressiven Symptomen zusammen.

Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmus

Der Zusammenhang zwischen regelmäßigem Online-Computerspielen zu nächtlicher Stunde und depressiven Symptomen lässt sich möglicherweise durch die Verschiebung des individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus erklären, was wiederum zu einer größeren Tagesmüdigkeit führt. Denkbar wäre theoretisch aber auch, dass Computerspieler, die unter depressiven Symptomen leiden, aufgrund ihrer Probleme erst spätabends oder in der Nacht aktiv werden und sich vor den Computer setzen.

Für die Studie sind über 600 Spieler des Online-Rollenspiels „World of Warcraft“ befragt worden, das weltweit von über elf Millionen Menschen gespielt wird und für sein hohes Suchtpotenzial bekannt ist. Die befragten Spieler waren zwischen 13 und 30 Jahre alt und spielten durchschnittlich 22 Stunden pro Woche am Computer.

Quelle: Pers Individ Dif. 2011 July; 51(2): 117 – 22. Habitual computer game playing at night is related to depressive symptoms. Sakari Lemola, Serge Brand, Nicole Vogler, Nadine Perkinson-Gloor, Mathias Allemand, Alexander Grob

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letzte Änderung 07. Mai 2013, 14:27 Uhr

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Stand: 20-May-2013, 11:18 PM
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