Die psychotherapeutische Behandlung nähert sich mit unterschiedlichen Methoden den Bereichen, die durch die depressive Erkrankung beeinträchtigt sind. Wie beim Lernen, bei dem es zur Ausbildung neuer Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn kommt, kann auch eine Psychotherapie ("Gesprächstherapie") über eine Änderung der Funktionsweise des Gehirns wirken . Die Psychotherapie befasst sich mit besonderen Themen, die innerhalb von Familien, in Paar-Beziehungen oder beim Einzelnen eine Rolle spielen können. Die Sitzungen können, abhängig von den Bedürfnissen des Einzelnen, einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten umfassen.
Um gegen den Aktivitäts- und Interessenverlust und den damit einhergehenden Mangel an positiven Erfahrungen anzugehen, erarbeiten Therapeut und Patient gemeinsam eine aktivere Tagesstruktur. Dabei werden bewusst gewählte angenehme Tätigkeiten mit eingebaut. Dadurch soll der zunehmende Rückzug des Betroffenen, der auch dazu führt, dass immer weniger positive Dinge erlebt werden und so die Depression verstärkt wird, aufgehalten werden. Anfangs fällt es depressiven Patienten oft schwer, ihr Leben wieder aktiver zu gestalten, mit der Zeit wird aber meist spürbar, dass sich dies positiv auf ihre Stimmung auswirkt. Um auch im sozialen Umfeld wieder befriedigendere Beziehungen herstellen zu können, wird mit den Betroffenen auch in Kommunikationsübungen und Rollenspielen der positive Umgang mit anderen geübt.
Ein wichtiger Ansatzpunkt in der Psychotherapie sind auch die negativen Denkmuster, die die Sicht der Depressiven auf sich und die Welt prägen. Zunächst geht es darum, herauszuarbeiten, mit welcher Einstellung die jeweilige Person sich und ihrem Umfeld begegnet und wie sich diese auf das eigene Befinden auswirken. Diese Haltung wird dann in der Therapie hinterfragt und gemeinsam hilfreichere Denkmuster entwickelt. Gegen Ende der Therapie geht es darum, Strategien zu erarbeiten, wie zukünftig Rückfälle vermieden werden können: Der Patient soll danach in der Lage sein, Anzeichen für eine mögliche Verschlechterung zu erkennen und rechtzeitig (z.B. wieder durch eine bewusste Tagesstrukturierung) gegenzusteuern.
Nach dem Abklingen der akuten depressiven Symptome kann es auch sinnvoll sein, in einer tiefenpsychologischen Behandlung den Ursachen der Erkrankung genauer auf den Grund zu gehen. Dabei werden in erster Linie Erlebnisse aus der Kindheit und Jugend aufgearbeitet und Störungen in aktuellen sozialen Beziehungen besprochen.
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Letzte Änderung: 12.02.2007, 14:00 Uhr
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Stand: 12.02.2007, 14:00 Uhr
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